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Verkehrsbauten
Reichsbahndirektion
(1936-1938)
Am Sand 34
Heute: Bahnhofsverwaltung

Wie kaum eine andere Organsisation wurde die Deutsche Reichsbahn im Dritten Reich von
den Nationalsoialisten instrumen-tialisiert und für ihre Zwecke mißbraucht. Die "Gleichschaltung" innerhalb der Reichsbahn wurde sehr schnell nach der Macht- übernahme vollzogen und nicht erwünschte Mitarbeitern wurden entlassen. Die Mitwirkung
der Reichsbahn war bei den "Kraft durch Freude" Fahrten oder bei der logistischen Durchführung der Massenveranstaltungen
(z. B. Reichsparteitage) von entscheidender Bedeutung. Spätestens mit Kriegsbeginn wurde die Eigenständigkeit der Bahn durch Truppen- und Materialtransporte an die Front und durch Abtransport
von Kriegsgefangenen in Zwangsarbeiterlager aufgelöst.
Dies gipfelte schließlich in den Deportationen in die Vernichtungs-lager im Osten durch die Reichsbahn.

In Nürnberg entstand 1938 ein Neubau der Reichsbahndirektion
der wegen Platzmangel nötig geworden war.
Im Krieg wurde das Gebäude zwar beschädigt aber wieder aufgebaut.
Noch heute ist am Eingangsportal der Reichsadler mit zu entdecken.
Fahrleitungsmeisterei
(1935/36)
Sandstraße 44
Heute: nicht bekannt,
wahrscheinlich Deutsche Bahn AG

2004/2005 wurde der Großteil des Gebäudes renoviert.
Das Nebengebäude mit Garagen wurde davon ausgespart.
Bauherr war die Bauabteilung der Reichsbahndirektion Nürnberg

Autobahnmeisterei Fischbach
(1939)
Fontanestraße 2
Heute: Gleiche Nutzung
Die direkt neben der Autobahn A9, Berlin-München gelegene gutshofartige Anlage wurde 1939 fertiggestellt. Ähnlich wie der nahe Bahnhof Fischbach sind die verschiedenen Gebäude (Fahrzeughallen und Dienstgebäude) in altfränkischer Bauweise ausgeführt. Die in direkter Nähe errichteten Tankstellen sind heute nicht mehr erhalten. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz und ist für den Normalbürger nicht zugänglich. Von der Autobahnbrücke hat man aber einen sehr guten Blick auf die Anlage.
Flughafen am Marienberg
(1932/33)
Großreuther Straße 15b
Heute: KFZ-Zulassung
Bis 1933 wurde der Flugverkehr über den Flughafen Fürth-Atzenhof abgewickelt. Ab 1932 entstand am Marienberg einer der damals modernsten Flughafenanlagen im Deutschen Reich. Im August 1933 wurde der Flughafen feierlich eingeweiht. Während der Reichsparteitage landete hier Adolf Hitler mit seiner Maschine (Der Anflug auf Nürnberg wurde auch 1934 von Leni Riefenstahl in "Triumph des Willens" propagandistisch benutzt). 1943 wurde das Gelände schwer beschädigt und nach dem Krieg ein neuer Flughafen etwas weiter nördlich gebaut.
Auf dem Gelände des
ehemaligen
Flughafens Marienberg
ist lediglich das Verwaltungsgebäude erhalten geblieben.
Bahnhof Dutzendteich
(1934-36)
Herzogstraße
Heute: Restaurant/Café
Speziell für die Reichsparteitage wurde dieser alte Bahnhof umgebaut. Hier kamen z. B. die HJ-Verbände an, die dann zu Fuß zu ihren Quartieren im heutigen Langwasser laufen mussten. Heute wird der stillgelegte Bahnhof als Restaurant/Café mit großem Biergarten genutzt.
 
 
Bahnhof Fischbach
(1940)
An der Bahnlinie 5
Heute:in gleicher Nutzung

1940 wurde der Bahnhof Fischbach zwischen Nürnberg-Altenfurt und Nürnberg-Fischbach eröffnet. Der Bahnhof sollte, ähnlich wie der Bahnhof Zollhaus, die beiden zentraleren Bahnhöfe Dutzendteich und Märzfeld während der Reichsparteitage entlasten. In unmittelbarer Nähe in Altenfurt befand sich das SS-Lager, unweit davon das NSKK-Lager sowie die Unterkunft des RAD. Damit hätte der Standort eine gute Anlaufstelle für die Anreisenden geboten. Nachdem der letzte Reichsparteitag allerdings 1938 stattfand wurde das Gebäude zumindest nicht für den geplanten Zweck verwendet. Der gut erhaltene Gebäudekomplex wurde im altfränkischen Stil aus herkömmlichen Materialien erbaut. Sehenswert ist der Säulengang im Wartebereich direkt an der Bahnlinie mit Inschrift. Der Bahnhof ist auch heute noch in gleicher Nutzung.

Der Zustand des Bahnhofs dürfte größenteils noch original von 1940 sein. Zumindest Dach, Gauben, Fensterläden, Schornstein und weitere Details am Gebäude sprechen eine sehr unrenovierte Sprache. An der Nordseite gelangt man zu einem ungenutzen Kellerraum - nebenan ist eine Luftschutzbunkertür zu entdecken.
Bahnhof Zollhaus
(1937)
Klenzestraße 11
Heute: stillgelegt
Der von zwei Bahngleisen umschlossene ehemalige Bahnhof Zollhaus im Nürnberger Rangier-bahnhofsviertel, unweit von Lang-wasser gelegen, ist auf den ersten Blick nicht unbedingt dem Dritten Reich zuzuordnen. Dieser 1937 erbaute, reine Zweckbau kam ohne die sonst übliche "Präsentations-architektur" aus. Der Banhof wirkt von der Architektur her sehr schlicht - fast schon modern. Der Bahnhof Zollhaus sollte wie auch die anderen Nürnberger Bahnhöfe die anströ- menden Besucher der Reichspart-eitage aufnehmen - eine Art Entlastungsbahnhof für die Bahnhöfe Dutzendteich und Märzfeld.
Nach verschiedenen Nutzungen (Gastronomiebetriebe, Fabriken, Übungsräume, Kiosk) steht der ehemalige Bahnhof Zollhaus leer.
Der ehemalige Bahnhof Zollhaus diente zur Entlastung des Bahnhofs Märzfeld. Das Gebäude steht leer und der Verfall nimmt seinen Lauf.
Bahnhof Märzfeld
(1937-1939)
Thomas-Mann-Straße
Heute: stillgelegt
Der nie vollständig ausgeführte Bahnhof Märzfeld diente ursprünglich zur Aufnahme der Gäste der Reichsparteitage. Nach Kriegsbeginn und der Einstellung der RPT 1939 änderte sich die Funktion des Bahnhofs. Zwischen dem 29.11.1941 und dem 25.04.1942 wurden hier 1.632 jüdische Menschen in drei Transporten aus Nürnberg und Umgebung in Arbeits- und Vernichtungslager gebracht. Lediglich 72 Menschen überlebten den Holocaust. Verantwortlich für die Deportationen war der Nürnberger Polizeipräsident SS-Brigadeführer Dr. Benno Martin. An die grausige Geschichte der stillgelegten und abgezäunten Bahnhofsruine erinnert heute nur eine einfache Gedenktafel, die von einer privaten Initiative aus Schülern, Studenten und einer geschichtspädagogischen Einrichtung angebracht wurde. Ein offizieller Gedenkstein oder eine sonstige symbolische Erinnerung von Seiten der Stadt Nürnberg fand bislang nicht statt.
Fußgängerdurchgang und gesperrter Aufgang zu den Gleisen
Granitverblendung vor der Warte- Schalterhalle
Private Gedenktafel
Wartehäuschen an den Gleisen
Entlüftungsrohr
Photo-Update Juli 2007
Die selbstangebrachte, provisorische Gedenktafel, angebracht Anfang des Jahrtausends, ist im Zuge des Info-Systems zur Fußball-WM 2006 verschwunden und durch eine offizielle Steele des Infosystems ersetzt worden. Der äußerste durchlässige Zaun ist mittlerweile durch einen unüberwindlichen Zaun ersetzt worden. Somit bleibt einem der Zutritt in das Innere des Bahnhofs verwehrt - zumal sämtliche möglichen Eingänge mit Stahlplatten verschlossen wurden.
Die Unterführung des Bahnhofs ist zum Teil in einem bedenklichen Bauzustand. Auf Gleisniveau sind die noch erhaltenen Rudimente natürlich noch sichtbar.