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Gedenkstätte Ghetto Theresienstadt/Tschechien
Muzeum ghetta Terezin
Komenskeho ul.
CZ-41155 Terezin

Geschichte und Fakten:
Anders als die meisten Lager im Dritten Reich ist Theresienstadt kein von den Nazis erbautes Lager, sondern entstand bereits Ende des 18. Jhdts. als Festung zum Schutz gegen etwaige Angreifer.
Die Kleine Festung
Theresienstadt galt als bedeutende Garnisonsstadt, im 19. Jhdt. diente die sog. kleine Festung (ca. 1 km von Theresienstadt entfernt) als Gefängnis für militärische und politische Häftlinge.
Am 15.03.1939 begann für Böhmen ein neues Kapitel: Das Deutsche Reich besetzte das Projetkorat Böhmen und Mähren und wurde damit Bestandteil des Großdeutschen Reiches. Im Juni 1940 wurde in der alten kleinen Festung ein Männergefängnis für vorwiegend tschechische politische Häftlinge eingerichtet. Nach dem Attentat auf Heydrich 1942 gab es auch eine Frauenabteilung. Insgesamt 27.000 Männer und 5.000 Frauen durchliefen das Gefängnis. Das Gefängnis unterstand der Gestapo, geleitet wurde es allerdings von SS-Hauptstrumführer Heinrich Jöckel. Die Häftlinge mussten u.a. gefängniseigene Bauten errichten, wurden außerhalb der Festung zu Erd-, Wald- und Rüstungsarbeiten herangezogen oder waren in dem naheglegenen Leitmeritz (Außenstelle von KZ Flossenbürg) zu Fabrikarbeiten eingesetzt. Insgesamt ca. 2.600 Menschen (davon 250-300 Hingerichtete) Menschen starben an Folge von Unterernährung, Erschöpfung oder Krankheit in der Kleinen Festung. Erst am 4. Mai 1945 die Wachtruppen Theresienstadt. Nach dem Krieg wurde vor den Toren des Gefängnisses die Toten aus dem Ghetto, aus Leimeritz und aus dem Gefängnis bestattet. Die leidvolle Geschichte des Ortes machte auch nach dem Krieg nicht halt. Von 1945-1948 wurden hier von den Tschechen verfolgte Deutsche inhaftiert und interniert.

Ausführliche Informationen
finden Sie unter der Seite:

www.ghetto-theresienstadt.de

Ghetto Theresienstadt
In der alten Garnisationsstadt entstand ab Ende 1941 das Ghetto Theresienstadt. Am 24.11.1941 kamen die ersten Aufbauhäftlinge aus Prag an um die Aufnahme der ersten Häftlinge vorzubereiten. Die Bewohner der Stadt mussten aufgrund eines Erlasses vom 16.02.42 bis spätestens 30.06.2007 die Stadt verlassen. Im Rahmen der "Endlösung der Judenfrage" wurde beschlossen, Theresienstadt als "Altersruhesitz" für ältere Juden, sowie Prominente, Würdenträger und Träger hoher Auszeichnungen zu machen. Tatsächlich wurden von den ca. 140.000 Menschen die Theresienstadt durchliefen, jedoch ca. 88.000 Menschen in die Vernichtungslager deportiert. Zwar gab es im Ghetto einen Jüdischen Ältestenrat, der sich um die internen Angelegenheiten im Ghetto kümmern sollte - es unterstand aber natürlich der SS-Kommandatur dessen Anweisungen es Folge leisten musste. Die Inhaftierten Menschen wurden in die zahlreichen Kasernen der Stadt gepfercht wo sie unter unmenschlich unhygienischen Umständen leben mussten. Die Ghetto-Insassen arbeiteten für die deutsche Kriegswirtschaft, den Aus- und Umbau des Ghettos oder in der Landwirtschaft. Aufgrund der Tatsache dass viele Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Kunst und Politik inhaftiert waren entwickelte sich in Theresienstadt ein reges kulturelles Leben. Dies kam den Nazionalsozialisten in gewisser Weise auch entgegen, da sie Theresienstadt als "Musterstadt" dem Internationiale Roten Kreuz (IRK) vorführen wollen. Zu diesem Zweck kam es auch immer wieder zu Alibi-Verschönerungen und angeblichen "Verbesserungen" wie eigenes (wertloses) Lagergeld, in der Stadt. Das Verhalten der Einwohner während des Besuchs des Roten Kreuzes wurde bis aufs kleinste Detail eingeübt und der Besuch des IRK auch propan-gadistisch in einem Film verwendet.
In dem im September 1942 fertig gestellten Krematorium wurden bis zum Kriegsende mindestens 30.000 Menschen eingeäschert. Der katastrophale Gesundheitszustand der Ghettoinsassen erreichte mit 31% Erkrankte Menschen im Februar 1943 seinen Höhepunkt. Am 6. April 1945 wurde Theresienstadt erneut für propangadistische Zwecke mißbraucht, kurz darauf verlassen die Angestellten des RSHA (Reichssicherungshauptamts) und ihre Angehörigen das Lager und vernichteten viele Dokumente. Im Mai 1945 kam es zu vielen Todesfällen aufgrund einer Flecktpyhusepedemie. Nach dem Abzug der letzten SS-Leute am 5. Mai übernahm die Rote Armee ab 10. Mai das Lager. Anfang 1946 begann die Neubesiedlung der Stadt und die Rückkehr der ehemaligen Bewohner.
Persönliche Eindrücke
(August 2007):
In dem ehemaligen Ghetto Theresienstadt, der heutige Stadt Terezin, leben heute ca. 3.000 Menschen in zum Teil sehr ärmlichen Verhältnissen. Ein großer Teil der Stadt, insbesondere die ehemaligen Kasernenanlagen die sind stark sanierungsbedürftig und stehen größtenteils leer. Man hat stellenweise den Eindruck durch eine Geisterstadt zu fahren. Einen großen Rückschritt erlitt die Stadt 2002 beim großen Hochwasser von Elbe und Eger. Die Stadt stand 1,50m unter Wasser und es kam natürlich zu starken Beschädigungen die auch heute noch sichtbar sind. Außer der Ghettomuseum und dem Begegnungszentrum in denen man gute Informationen zum Thema bekommt, wird man in der Stadt selber etwas alleine gelassen. Die an den alten Gebäuden angebrachten Hinweistafeln beziehen sich oft auf die Verwendung vor 100-200 Jahren und nicht auf die Verwendung während des Ghettos. Sehr gut ausgebaut/aufbereitet wurden dagegen der Jüdische Friedhof mit dem Krematorium, das Kolumbarium und die Zeremonieräume mit Leichenhalle.
Fazit: Zurück bleibt die Erkenntnis, dass das zur Verfügung gestellte Geld in einige wenige Objekte geflossen ist - auf Kosten der Wohnqualität in der heutigen Stadt Terezin. Bleibt zu hoffen, dass die Subventionen der Zukunft auch den Menschen die heute hier leben (müssen) zugute kommen. Der Verkauf von tschechischen Kunsthandwerk und Glasspezialitäten auf dem Parkplatz vor der kleinen Festung wirkte ebenfalls etwas befremdlich auf mich. Der Eintritt für Kleine Festung und Ghettomuseum betägt 350kc (ca. 12 Euro).

Ausführliche Informationen
finden Sie unter der Seite:

www.ghetto-theresienstadt.de

Die Kleine Festung (Gestapo-Gefängnis)
Vorbei an ca.10.000 Gräbern des Nationalfriedhofs (1945-1958) gelangt man zu den äußeren Mauern der kleinen Festung Theresienstadt
Der Verwaltungshof/Amtsstube
Eingang zum Häftlingslager
und einfache Zelle
Blockeingang
Krankenbaracke, Durschraum und Verbrennungsofen
Die Einzelzellen des 1. Hofs
mit "Sanitäreinrichtung"
Der 500m lange Verbindungsgang führt vom Krankenrevier zum Hinrichtungsplatz
Die Exekutionsstätte mit
Erschießungsplatz und Galgen
Das Löschwasserbecken diente den Familien der Aufseher als Bade-bassin. Bis zu 120 SS-Leute waren in diesem Gebäude untergebracht.
Der IV.Hof mit den Gemeinschafts- und den Einzelzellen.
Am Ende befand sich eine weitere Hinrichtungsstätte.
Von dort hat man den Blick auf die Dächer des Einzelzellen.
Das Ghetto Theresienstadt (Große Festung)
In der sog. Hannoverkaserne wurden die arbeitsfähigen Männer untergebracht. Den Namen erhielt das Gebäude von der 1939-1940
hier untergebrachten Wehrmacht. Nach dem Krieg wurde die Kaserne von der tscheschischen, ab 1968 von der russischen Armee weiterverwendet. Der Zustand der Kaserne ist äußerst schlecht.
In der Hohenelber Kaserne, die bereits in den 20iger Jahren als
Lazarett diente, war während der Ghettozeit das Krankenhaus sowie
das Zentralbad untergebracht. Heute steht das Gebäude leer.
Gegenüber des Lazaretts befindet sich einer der seltenen
"Neubauten" der Stadt and der Parkstraße.
In der 1786 vollendeten Magdeburger Kavellerie-Kaserne waren die Wohnungen der Ältesten, des Rats sowie einige Verwaltungs-büros und sonstige wichtige Räumlichkeiten untergebracht. Heute befindet sich in dem renovierten Gebäude eine Internationale Begegnugsstätte sowie Räumlichkeiten für Veranstaltungen.
In diesem Gebäude befand sich zunächst die SS-Kommandatur bis August 1942 die im Keller auch ein Gefängnis betrieben. Das Gebäude war durch einen Zaun abgeschirmt. Später diente das Gebäude als Post und als Jugendheim - heute ist in dem neu renovierten Haus eine Sparkasse untergebracht.
Die Jägerkaserne diente damals als Unterkunft für alte Leute und als Quarantänestation für die "Entwesung von persönlichen Gegenständen". Nach dem Krieg wurden die Gebäude von der tscheschischen Armee genutzt.
Eine der größten Kasernen in Theresienstadt war die Hamburger Kaserne die als Unterkunft für Frauen und Kinder diente. Später wurden hier holländische Häftlinge untergebracht. Aufgrund der Gleis-nähe gingen von hier aus die Trans-porte in die Vernichtungslager ab.
Auch die Bodenbacher Kaserne, ehemaliges Archiv des RSHA (Reichsicherungshauptamtes) ab Juli 1943, ist einem schlechten baulichen Zustand.
Die Dresdner Kaserne (hinten im Bild) ist neben der Magdeburger Kaserne das größte Gebäude. Hier wurden seit Dez. 1941 Frauen mit ihren Kindern untergebracht.
Südlich der Stadt wurde von dem Bahnhof Bohusovice ein Gleis in Richtung Ghetto verlegt, dass am
1. Juni 1943 in Betrieb genommen wurde.
Südlich, außerhalb des Ghettos befanden sich die Zeromineräume für den letzten Abschied von den Toten. Im gegenüberliegenden Kolumbarium wurden die Urnen mit der Asche der Verbrannten aufbewahrt - ab Nov. 1944 wurde diese vergraben oder in die Eger geschüttet.
Das Krematorium südlich der Stadt wurde von Häftlingen zwischen Mai und September 1942 errichtet. Bis zu 180 Leichen wurden hier täglich verbrannt. Die Asche der Toten wurde in Urnen gefüllt und in das Kolumbarium gebracht. Auch die Leichen aus der Kleinen Festung und dem KZ-Richard in Litomerice wurden hier verbrannt. Insgesamt 30.000 Menschen würden hier eingeäschert.