Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen -
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Straße der Nationen 22
D-16515 Oranienburg
Geschichte und Fakten:
Schon bald nach Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden im Deutschen Reich sog. Wilde Konzentrationslager errichtet. Arbeitslager, in denen dem Regime unerwünschte Personen eingesperrt wurden. So ein Wildes KZ existierte auch in Oranienburg. Das Nachfolge-KZ-Sachsenhausen wurde zwischen 1936 und 1937 hauptsächlich durch Häftlinge des KZs Esterwegen errichtet und bestand aus 51 fächerartig angeordneten Holzbaracken. Die Häftlinge, Juden, Sinti und Roma, Asoziale, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Berufsverbrecher und speziell am Anfang auch politische Gefangene mussten schwerste Arbeiten z. B. in einem Klinkerwerk verrichten. Die Verpflegung, die hygienischen Bedingungen sowie die Zustände in den Baracken der war katastrophal und absolut unmenschlich. Zu den absolut grausamen Lebensbedingungen kamen noch Prügel und Gewaltorgien der SS-Aufseher und entwürdigende Maßnahmen hinzu. Die meisten Opfer starben an Krankheiten, Hunger, Unterernährung oder Erschöpfung. Nach Kriegsbeginn kamen auch tausende von russischen Kriegsgefangenen nach Sachsenhausen. Vielen von ihnen starben durch Erschießung oder durch Vergasung (ab 1943) in der sog. Station Z. Im April 1945 wurden ca. 33.000 Häftlinge auf Todesmärsche Richtung Ostsee gebracht - ca. 6.000 Menschen überlebten diesen Marsch nicht. Das Lager Sachsenhausen wurde am 22.04.1945 von der russischen Armee befreit - sie fanden noch ca. 3.000 Häftlinge lebend an. Die grausige Geschichte von Sachsenhausen ging aber auch nach Ende des 2. Weltkriegs noch weiter. Das Lager wurde von 1945-1950 als Internierungslager der russischen Geheimpolizei NKWD genutzt. Geschätzte 60.000 Menschen, z. T. SS-Angehörige und andere Funktionsträger des Nazi-Regimes, aber auch Gegner des neuen kommunistischen Regimes wurden hier inhaftiert. Aufgrund von Mißhandlungen, Hunger und Krankheiten überlebten 13.000 Menschen den Aufenthalt nicht.
Persönliche Eindrücke:
Bei meinem letzten Besuch vor ca. 10 Jahren war die Gedenkstätte eigentlich noch in dem Zustand wie in den 60er Jahren. Lediglich die Lagerausstellung in der Mitte der Anlage gab es schon - und gibt es immer noch. Dies ist wohl auch das Kuriosum dieser Gedenkstätte, da die Texte und die Wortwahl einiger Tafeln doch sehr stark kommunistisch/sozialistisch eingefärbt sind. Aber auch das ist Zeitgeschichte. Heute sind sehr umfangreiche Ausstellungen in verschiedenen Gebäuden des Lagers neu konzipiert worden (z. B. in Baracke 38/39). Die Ausgrabungen der Station Z sind dazugekommen und an der Kasse hat man die Möglichkeit in gut sortierter Literatur zu stöbern und diese auch zu erwerben. Auch die Möglichkeit sich anhand eines sog. Audio-Guides durch die Gedenkstätte zu führen ist heute gegeben. Ein Besuch in Sachsenhausen ist auf jeden Fall absolutes Muss für alle Interessierten - man sollte aber viel Zeit und einen freien Kopf mitbringen um möglichst alles aufnehmen zu können.