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Reichsparteitagsgelände
Zeppelinfeld
(1935-1937)
Beuthener Straße
Heute: Städtische Sportplätze sowie Veranstaltungsort und Freizeitpark
Ein auf der damaligen Wiese gelandeter Zeppelin gab 1909 dem Zeppelinfeld seinen Namen. Die Nationalsozialisten nutzten in den 30er Jahren das freie Gelände für ihre gigantischen Baupläne. Das Zeppelinfeld ist das neben der Luitpoldarena das einzige fertiggestellte Bauprojekt der Nationalsozialisten auf dem Reichsparteitagsgelände. Einschließlich der Tribünenanlagen hat das Zeppelinfeld Ausmaße von 362 x 378 m. Zirka 70.000 Zuschauer fanden auf den Tribünenanlagen Platz.
Hier fanden während der RPT ab 1933 viele der Großveranstaltungen (z. B. Tag der Wehrmacht, Tag der Geimeinschaft, Tag des RAD, Tag der politischen Leiter) statt. Bis zu 250.000 Menschen nahmen an den Inszenierungen teil. Umrahmt wird die festungsähnliche Anlage von
34 Türmen auf denen jeweils sechs riesige Hakenkreuzfahnen wehten. Diese Begrenzungstürme dienten den Besuchern und Teilnehmern der Veranstaltungen als Toiletten und sind teilweise noch heute bei Veranstaltungen in Gebrauch. Auf diesem Gelände inszenierte Albert Speer den sog. "Lichtdom", bei dem 130 Flakscheinwerfer ihr Licht
6-8 km in den Himmel warfen.
Nach dem 2. Weltkrieg nutzten die amerikanischen Soldaten die Fläche als "Sports-Field". Auf dem heutigen Gelände finden u. a. das Noris-Ring-Rennen der DTM, Rock im Park der Nite-Skate und viele andere Veranstaltungen statt. Auf dem Zeppelinfeld selber befinden sich heute Sportplätze die von der Stadt Nürnberg genutzt werden.
Ansichten der Begrenzungstürme, die als Toilettenanlagen dienten.
Kaum noch zu erkennen sind die Tribünenanlagen des Zeppelinfeldes. Die Schilder und der Stacheldraht stammen noch aus der amerikanischen Nutzung.
Fahnenhalterung
Nach langen Streitereien wurde das Städt. Stadion, das unter amerikanischer Verwaltung stand, 1961 an die Stadt Nürnberg freigegeben. Im Gegenzug hierfür erhielt die amerikanische Armee 1960 ein eigenes "Stadion", für 17.000 Zuschauer mit einer überdachten Tribüne, um ihre eigenen Sportveranstaltungen durchführen zu können. Hintergrund für die dringende Nutzung des Städt. Stadions war die Baufälligkeit des alten Stadion am Valznerweiher und die Erfolge des 1. FC Nürnberg.
Zeppelintribüne
(1935-1937)
Beuthener Straße
Heute: Tribüne für Veranstaltungen
und Freizeitmöglichkeiten
Die Zeppelintribüne ist das Kernstück des Zeppelinfelds. Erbaut wurde es in mehreren Stufen zwischen 1935 und 1937 eigens für die Nürnberger Reichsparteitage. Architekt war Albert Speer. Die 360m breite Tribüne, die dem Pergamon-Altar als Vorbild hatte, bot ca. 16.000 Menschen Platz. Zentraler Punkt war die Redner-kanzel, von der Adolf Hitler seine Reden hielt und Paraden abnahm. Überragt wurde die Tribüne durch das am 20. April 1945 von den Amerikanern gesprenkte vergoldete riesige Hakenkreuz. Als Begrenzung der Tribüne diente ein acht Meter hoher, mit 144 Säulen gestützter Säulengang mit Deckenmosaiken, ähnlich der im "Goldenen Saal" im Inneren der Tribüne. Angeblich wegen Baufälligkeit wurden 1967 die Säulen gesprengt und 1974 die beiden Seitenteile auf die heutige Höhe abgetragen. Die beiden Feuer-schalen die auf den Seitenteilen aufgestellt waren, wurden in den "Goldenen Saal" bzw. in das nahegelegene Schwimmbad gebracht. Mittelpunkt im Inneren der Tribüne ist der "Goldene Saal" der als Empfangs-halle diente. Ein Heizungssystem war für die Räumlichkeiten nicht vorgesehen. Die Ausstellung "Faszination & Gewalt, die sich heute in stark erweiterter Form im Dokuzentrum in der ehemaligen Kongresshalle befindet, bestand hier bis 2001 und war im Winter aufgrund der Heizsituation geschlossen. Heute wird der "Goldene Saal" nur noch sporadisch für Veranstaltungen genutzt und ist ansonsten nicht zugänglich. Weitere Räume werden als Lagerhallen genutzt. Die Rück-wand der Tribüne wird gerne für Freizeitsportler zum Tennisspielen genutzt. Vor dem Haupteingang an der Rückseite befindet sich ein Mahnmal gegen den Krieg.
Aufnahme der Haupttribüne von 1937
Außenansichten der Zeppelintribüne an der immer wieder
Renovierungsarbeiten durchgeführt werden müssen.
Rückseite des Gebäudes
mit Anti-Kriegsdenkmal
Der sogenannte "Goldene Saal"
Deckenmosaik im "Goldenen Saal"
Eine der beiden Feuerschalen
die einst auf den Seitenteilen
der Tribüne standen
Kongresshalle
(1935-unvollendet)
Bayernstraße 110

Heute: Dokumentationszentrum   Reichsparteitage, Lagerräume, DLRG, THW, Tonstudio/Proberäume und Konzertverantstaltungen.

Das Kolloseum von Rom diente als Vorbild für den größten NS-Bau in Deutschland - die Kongresshalle. Mit 275x265 Meter sollte die geplante Halle 50.000 Menschen Platz bieten. Im heutigen Innenhof (180x260m) waren die Tribünen geplant. Die Grundsteinlegung wurde 1935 von Adolf Hitler eröffnet - die Bau-arbeiten wurde zu Kriegsbeginn erstmal beendet, 1940 nochmals aufgenommen dann aber bald endgültig eingestellt. Der Bau sollte 68 Meter hoch werden (der heutige Bauzustand ist ca. 40m) und von einem freitragenden Dach mit Oberlicht überspannt werden. Genaue Konstruktionspläne für diese, damals wohl schwer realisier-bare Baumaßnahme sind nicht bekannt. Eine Rednerkanzel, eine riesige Orgel und das Licht das den Redner durch das Oberlicht beschienen hätte, hinterlassen einen pseudoreligiösen Eindruck. Um die Größenwirkung zu testen, bauten die Nationalsozialisten, wie auch bei vielen anderen Bauten, ein Holz-modell des geplanten Säulengangs. Architekten der Kongresshalle waren Ludwig Ruff und dessen Sohn Franz, der nach dem Tod seines Vaters den Bau weiterführte. Um dem sumpfigen Gelände rund um den Dutzendteich Herr zu werden, musste ein mehrere Meter tiefes Fundament gebaut werden, damit der Bau nicht im Schlamm versank. Um das Bauvorhaben realisieren zu können wurde der alte Nürnberger Tiergarten an seine heutige Stelle an den Schmausenbuck verlegt. Heute werden die meisten Räume als Lager genutzt. Zudem gibt es Räume für die Nürnberg Philharmoniker, das THW-Nürnberg und die DLRG. Der Innenhof wird von der Stadt Nürnberg als Lager-stätte für die Buden des Christkindlesmarkts genutzt.
Die beiden vorgelagerten Kopfbauten werden als Open-Air-Veranstaltungsort und als Dokuzentrum genutzt. Nach dem Krieg gab es immer wieder, zum Teil, abenteuerliche Umbauplanungen, die aber zumeist an der finanzielen Umsetzung scheiterten. Zukünftige Umbaumassnahmen sind momentan nicht bekannt.
Die Spiegelung des Gebäudes im Dutzendteich sollte
die Größenwirkung der Kongresshalle unterstützen.
Der Säulengang um das Gebäude
Blick auf die beiden Kopfbauten
Blick auf den Innenhof der unvollendeten Kongresshalle
Modell der Kongresshalle Mitte der 30er Jahre
Große Straße
(1935-1939)
Am Dutzendteich/Große Straße
Heute: Parkplatz
Die Große Straße war als Aufmarsch-straße, die gen Süden zum geplanten Märzfeld führte und gen Norden genau auf die Nürnberger Kaiserburg zeigt, geplant. Diese Ausrichtung auf die Burg sollte eine Verbindung zur alten Nürnberger Reichsstadt mit ihren Reichstagen darstellen. Die Straße ist 2 km lang und 60 Meter breit, an den Seiten waren Tribünen geplant (zum Teil heute noch sichtbar). 60 000 Granitplatten wurden verbaut. Die Platten wurden durch Anrauhung rutschfest gemacht und hatten unterschiedliche Farben, damit die Kolonnen sich besser orientieren konnten. Durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde die fast fertig gebaute Straße allerdings nie in Verwendung genommen. Nach Kriegsende benutzte die US-Air Force die Straße als Fluglandebahn, die erst 1968 für die öffentliche Nutzung freigegeben wurde.
1993 wurden die Platten renoviert und neu verlegt. Die heutige Nutzung beschränkt sich auf Parkplatznutzung für Besucher der nahegelegene Nürnberg Messe und Großveranstaltungen im Frankenstadion oder dem Nürnberger Volksfest.
Deutsches Stadion
(1937-unvollendet)
Am Dutzendteich/Große Straße
Heute: Silbersee
Im sog. Deutschen Stadion hätten nach dem Bauende und den letzten regulären Olympischen Spielen in Tokio 1940, alle zukünftigen Olymp
ischen Spiele stattfinden sollen. Die Ausmaße der geplanten Arena wären 580 x 225 x 85 m gewesen, 405000 Zuschauer hätten in dem riesigen Oval Platz gefunden. 1937 wurde der Grundstein gelegt, für ein Stadion, in dem auch die sog. NS-Kampfspiele hätten stattfinden sollen. Über die Aushebung einer riesigen Baugrube kamen die tatsächlichen Bauarbeiten am Dutzendteich allerdings nicht hinaus. Trotzdem mussten Tausende von Häftlinge in Konzentrationslagern in ganz Europa für den gigantischen Granitbedarf schrecklich leiden. In den Konzentrationslagern Flossen
bürg, Mauthausen, Natzweiler-Struthof und Groß-Rosen wurden viele Tonnen Naturstein abgebaut und nach Nürnberg geliefert - und nie verbaut.
Nach Kriegsende wurden ein Großteil des Nürnberger Kriegsschutt mit einer eigens gebauten Eisenbahnlinie zu der Baugrube gebracht, die im Laufe der Jahre mit Grund- und Regenwasser volllief. So kamen auch allerlei Giftstoffe in den heutigen See, die für den hohen Schwefelwasserstoffgehalt verantworlich sind. Aus dem schlammigen Untergrund steigen bis heute giftige Gase nach oben, die von Schwimmern mit den Atem-wegen aufgenommen, zu Bewegungsunfähigkeit führen können. Da es in der Vergangenheit auch zu Todesfällen kam, wurden Warnschilder aufgestellt und Sauerstoff zugeführt.
Seit Frühjahr 2005 ist im Dokumentationszentrum ein Original-Modell des Stadions aus dem ARD-Film "Speer und Er" ausgestellt (siehe Bilder).
Modell aus dem Film "Speer & Er".
Der heutige Silbersee -
Baugrube des
Deutschen Stadions
Der 2001 abgetragenen Grundstein
Modell der Tribüne im Hirschbachtal bei Oberklausen
Um die Sichtverhältnisse auf den oberen Rängen zu testen, wurde im ca. 45km von Nürnberg entfernten Hirschbachtal bei Oberklausen, ein Hang ausgesucht, der in etwa den Neigungswinkel hatte, den auch die geplante Tribüne bekommen sollte. Dort wurde ein Teilstück der Tribüne mit verschiedenen Neigungswinkeln in Originalgröße nachgebaut. Nach dem Krieg wurden die Holztribünen für den Häuserbau verwendet. Die Betonfundamente und einige Halterungen der Tribüne sind noch heute sichtbar. Mittlerweile wurde an der Landstraße, unterhalb des Hangs, auch eine Info-Tafel angebracht die über die Geschichte des "Stadionbergs" informiert.
Märzfeld
(1938-unvollendet)

Karl-Schönleben-Str./Gleiwitzer Str.
Hermann-Thiele-Weg

Heute: Stadteil Langwasser
Im südlichen Anschluss an die Große Straße sollte ein fast 600.000 großes Aufmarschgelände mit Tribünen-anlagen für 150.000 Menschen mit 24 Wehrtürmen entstehen. Hier sollten Aufmärsche und Manöver, wie z. B. der Tag der Wehrmacht während des Reichsparteitage stattfinden. Bei dem vorläufigen Baustopp, zu Beginn des Krieges im Sept. 1939, waren elf der Türme und Teile der 14 m hohen Tribünen fertiggestellt. Nach Kriegsende wurde das riesige 955 x 610 große Gebiet von der amerikanschen Armee, unverändert belassen und als Truppenübungsplatz bzw. Lager genutzt. Um die von der Stadt geplante Wohnungsbebauung durch-zuführen, mussten die fertig-gestellten Türme 1966/67 gesprengt werden. Bei der Wohnbebauung des Geländes ab 1972 stießen die Arbeiter immer wieder auf Fundamente des Märzfeldes. Von dem damaligen Gelände erinnert nur noch ein 2002 freigelegtes Tribünenfundament am Hermann-Thiele-Weg, an dem auch Infotafeln der wbg aufgestellt wurden. Benannt wurde das Märzfeld wahrscheinlich nach dem römischen Kriegsgott "Mars" oder/und nach dem Datum der Wiedereinführung der Wehrpflicht im März 1935.
Von dem riesigen Gelände des Märzfeldes sind bis auf einige wenige wieder ausgegrabene Fundamente der Tribünenanlage nichts übrig geblieben. Es entstand der Nürnberger Stadtteil Langwasser.
Luitpoldhain-Luitpoldhalle
(1935-1937)
An der Ehrenhalle/Bayernstraße
Heute: Erholungspark
Bis 1933 diente der Luitpoldhain den Bewohnern Nürnberg als Erholungs-park mit Brunnen, Beeten und Pavillon sowie als Gedenkstätte für die Gefallenen des 1. Weltkriegs. Die Nationalsozialisten verwendeten dieses Gelände für ihre eigenen Zwecke und zelebrierten hier Einschwörungsveranstaltungen während der Reichsparteitage auf die NS-Ideologie (siehe Gefallenen-denkmal). Zur Blutfahnenweihe kamen ca. 150.000 Mitglieder von SS, SA, NSKK und NSFK um sich auf Hitler und die NSDAP einschwören zu lassen. 50.000 Zuschauer fanden auf den neu errichteten Zuschauer-tribünen Platz. Kernstück waren die von der Stadt Nürnberg 1930 fertiggestellte Ehrenhalle und die gegenüberliegende Ehrentribüne. Diese zentralen Punkte waren mit einer mit Granitplatten belegte, 240 x 18 m lange "Straße des Führers" verbunden, die Adolf Hitler und die SS- und SA Führer abschritten. Am Rande stand die ursprünglich 1906 errichtete Luitpoldhalle die von den Nationalsozialisten umgestaltet und umgebaut wurde. Die 180 x 50 m große Halle fasste 16.000 Menschen in der während der Reichsparteitage der Parteikongress stattfand. Hier wurden unter Jubelarien Lobreden gehalten, Beschlüsse gefasst und die nationalsozialistische Ideologie offen zur Schau getragen. Die Luitpoldhalle sollte durch die nie fertiggestellte Kongresshalle abgelöste werden. Das gesamte Gelände spielt bei dem bekannten Propaganda-Film "Triumph des Willens" von Leni Riefenstahl aus dem Jahr 1934 eine zentrale Rolle. 1959-1960 wurden sämtliche Überreste des Geländes beseitigt und der Ort wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben sowie Neubauten errichtet (Meistersingerhalle). Heute ist der Luitpoldhain ein Ort der Entspannung und Erholung auf dem auch Großveranstaltungen wie das "Klassik-Open-Air" stattfinden. Die durch Bombentreffer schwer beschädigte Luitpoldhalle wurde abgerissen, das Fundament des Gebäudes dient heute als Parkplatz.
Nur noch sehr wenig ist von dem ehemaligen Aufmarschgelände übriggeblieben. Noch sichtbar sind die Zugänge zu den Unterführungen - eine davon wird als unterirdische Schießanlage genutzt.
Das Fundament der von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke umgestaltete und umgebaute Luitpoldhalle (alte Kongresshalle), dient heute als Parkplatz für Besucher von Veranstaltungen rund um den Dutzendteich. Lediglich Teile der Treppenaufgänge zu der Halle sind heute noch zu erkennen.
Aufnahme der Hauptribüne der Luitpoldarena 1938
Umspannwerk
(1936)
Regensburger Straße
Heute: Fast-Food-Restaurant
Um das Reichsparteitagsgelände mit Strom zu versorgen, wurde 1936 eigens dafür das von Albert Speer entworfene Umspannwerk an der Regensburger Straße gebaut. Der schmucklose Zweckbau mit zwei Reichsadlern an den Stirnseiten (heute noch sichtbar) war auch dafür verantwortlich, dass der berühmte "Lichtdom" während der Reichsparteitage durchgeführt werden konnte. Das Gebäude behielt auch nach dem Krieg seine Bestimmung als Umspannwerk. Erst in den letzten Jahren wurde der Betrieb eingestellt. Es wurden Pläne bekannt, das Gebäude in einen Hotelkomplex mit einzubeziehen. Seit Juli 2006 befindet sich in diesem Gebäude ein Fast-Food-Restaurant der Firma "Burger-King". Aus Denkmalschutzgründen muss allerdings die Fassade unverändert bleiben und das Erscheinungsbild muß gewahrt bleiben.
Seit Juli 2006 befindet sich ein Fast-Food-Restaurant in dem Gebäude.
Bauzustand des Umspannwerks bis Mai 2006
Wasserausgleichsturm
"Hoher Bühl"
(1936/37)
Oelser Straße
Heute: Gleiche Nutzung
Um die Wasserversorgung für das Reichsparteitagsgelände sicher zu stellen, wurde unweit des Geländes dieser Wasserturm mit Wasserbehältern errichtet.