Allgemeine Infos: |
Am 21. November 2010 wurde nach knapp zweijähriger Bauzeit das Memorium Nürnberger Prozesse in Nürnberg eröffnet. Im Dachboden und in den Nebenräumen enstand über dem historischen Saal 600, in dem u.a. die Hauptkriegs-verbrecherprozesse ab dem 20.11.1945 stattfanden, die großzügige neue Dauerausstellung.
Die Baukosten beliefen sich auf ca. 4,2 Millionen Euro, die Erstellung und Unterhaltung der Daue-rausstellung wird mit ca. 700.000 Euro veranschlagt, die durch die Stadt Nürnberg getragen wird.
Die Ausstellung ist in drei Themenbereiche gegliedert. Den größten Teil der Ausstellung befasst sich mit der Vorgeschichte des Prozesses, den Angeklagten und Beteiligten und dem Verlauf des Prozesses. Der zweite Teilbereich setzt den Schwerpunkt auf die juristische Verfolgung der NS-Verbrechen in dem Hauptkriegs-verbrecherprozess und deren Nachfolgeprozesse, aber auch auf die juristische Verfolgung der japanischen Kriegsverbrecher im sog. Tokio-Prozess. Im Dritten Teil wird die Entwicklung seit 1946 bis heute in der modernen Rechtsprechung erläutert. Ergänzt werden die selbstleuchtenden Informationstafeln (In den Haupträumen) durch einige Originalexponate wie zwei Verhandlungsbänke, eine Dokumentenkiste und den Schaltschrank zur Steuerung der Stromversorgung im Saal 600. Dort wo sich früher die neugebauten Zuschauertribünen befanden, kann man durch vier Öffnungen in den Saal 600 blicken - allerdings nur, wenn dort keine Gerichtsverhandlung stattfindet. Sollte dies der Fall sein, werden die Scheiben 'milchig' gemacht und es bleibt nur ein Blick auf das dort ausgestellte Modell.
Des weiteren kann man sich an 'der Medien-Lounge' noch Zusatzinformationen zu den Folgeprozessen einholen. Als weiteres Hilfsmittel dient der Audioguide, den jeder Besucher am Eingang erhält mit dem sich die Texte vorlesen lassen kann und damit auch den Ton der Filme empfangen kann.
Weitergehende Informationen finden Sie unter:
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Die im Hauptausstellungsraum angebrachten Steelen werden von hinten beleuchtet. Texte und Bilder sind auf einem transparentem Gewebe aufgebracht und lassen sich hervorragend lesen. |
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In dem Hauptraum befinden sich sehr gut lesbare von hinten beleuchtete, geneigte Steelen auf den sich die Texte und Bilder befinden. Eines der wenigen Exponate der Ausstellung: Die Anklagebank der Haupkriegsverbrecher. |
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| Als weiteres Exponat wurde der Schaltschrank in die Ausstellung integriert, der damals die elektrischen Anlagen steuerte, u.a. auch die simultane Übersetzungsanlage, die man mit einem Schalter umstellte. |
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| Im Bereich der ehemaligen Zuschauertribüne befindet sich ein Modell des Saal 600. Durch vier Fenster kann man an verhandlungsfreien Tagen in den Saal blicken. |
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| Ein auf ein Fenster aufgebrachte Fotografie lässt die alte Bausubstanz wieder aufleben. In der Medien-Lounge kann man sich in die Thematik der Nachfolgeprozesse vertiefen. |
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| Den Abschluß der Ausstellung bildet ein Überblick über Kriege und Krisen und deren Opfer nach 1945 auf der ganzen Welt. Die Menschheit scheint aus dem Grauen des 2. Weltkriegs nicht gelernt zu haben... |
| Persönlicher Eindruck: |
Die Ausstellung ist nachvollziehbar und logisch aufgebaut und führt den Besucher zielsicher durch das damalige Geschehen. Man hat bewusst auf eine umfangreiche, historische Hinleitung zu den Prozessen verzichtet - dies hätte den Rahmen der Ausstellung auch sicherlich gesprengt und ist auch nicht Aufgabe des Memoriums. Allerdings empfiehlt es doch ein gewissen Vorwissen mitzubringen, da sonst die Zusammenhänge nur schwer vermittelbar werden und zuviele Fragen gestellt werden müssten. Ein Besuch im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände kann da Abhilfe schaffen.
In dem Hauptraum befinden sich sehr gut lesbare von hinten beleuchtete, geneigte Steelen auf den sich die Texte und Bilder befinden. In den hinteren Räumen wurden die Texte auch auf den Wänden aufgebracht. Laut Ausstellungmacher verzichtete man bewusste auf eine Vielzahl von Exponaten - man beschränkte sich auf die wenigen vorhandenen, wie der Anklagebank oder dem Schaltschrank. Was meiner Meinung nach völlig ausreichend ist. Einziger wirklicher Schwachpunkt der Ausstellung ist die Tatsache, dass (weitgereiste) Besucher sich nicht sicher sein können den Saal 600 auch besichtigen, oder gar nur einen Blick hinein werfen zu können. Der Raum wird auch weiterhin als Schwurgerichtssaal verwendet und so ist es nicht möglich den Saal an den Verhandlungstagen als Tourist zu besichtigen. Es wäre aber theoretisch für Besucher möglich, den öffentlichen Verhandlungen als Besucher beizuwohnen - dies wäre aber dann nur außerhalb des regulären Memorium-Betriebes möglich und erfordert einen Ortswechsel. Es bleibt also zu wünschen, dass der Saal 600 dauerhaft in den Memorium-Betrieb integriert wird. |
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