disclaimer 

Gedenkstätte Konzentrationslager Mauthausen/Österreich
KZ-Gedenkstätte
Mauthausen
Erinnerungsstraße 1
A-4310 Mauthausen
Geschichte und Fakten:
Ähnlich wie das Konzentrationslager Flossenbürg wurde das KZ Mauthausen in der unmittelbaren Nähe eines Steinbruchs errichtet. Bereits wenige Monate nach dem "Anschluss" Österreichs an das deutsche Reich im August 1938 errichtete die SS das KZ Mauthausen. Das Lager wurde in die Klasse III eingestuft wurde (1941 verfügte Reinhard Heydrich einen Erlass für die Klassifizierung der Lagerstufen) - das bedeutete " (...) für schwerbelastete, unverbesserliche und auch gleichzeitig kriminell vorbestrafte und asoziale Schutzhäftlinge...(...)". Die Häftlinge mussten zunächst im Steinbruch schwerste Arbeiten unter schwierigsten Bedingungen vollrichten, später wurden Häftlinge auch in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Ab 1943 entstanden für diesen Zweck zahlreiche Außenlager in Österreich, u. a. die nahegelegenen KZs Gusen I-III. Die Häftlinge mussten wöchentlich zwischen 54 und 60 Stunden, in der Rüstungsindustrie sogar bis zu 72 Stunden arbeiten. Besonders gefürchtet war die sog. "Todesstiege" auf der die Häftlinge unter Schikanierungen der Aufseher schwere Granitsteine hinauftragen mussten. Einige Häftlinge wurde an der sog. "Fallschirmspringerwand" in den Steinbruch "Wiener Graben" gestossen. Im Lager gab es auch mehrere Hinrichtungseinrichtungen, so wurden Häftlinge erschossen, erhängt, erschlagen oder zu Tode gespritzt oder auch in der Gaskammer vergast. Von den ca. 200.000 Häftlingen die zwischen August 1938 und Mai 1945 ins Lager deportiert wurden, überlebten etwa die Hälfte den Aufenthalt nicht. Bereits 1949 wurde das ehemalige KZ als Gedenkstätte eingeweiht. Seitdem entstanden auf dem Gelände der ehem. SS-Unterkünfte die "Denkmäler der Nationen" und eine Ausstellung in der ehemaligen Krankenbaracke.

Ausführliche Informationen
finden Sie unter der Seite:

www.mauthausen-memorial.a
t

Persönliche Eindrücke:

Obwohl nach dem Krieg große Teile des Konzentrationslagers abgerissen wurden, wie z. B. die SS-Baracken oder auch die meisten der Häftlingsbaracken und das komplette Lager III, kann man einen sehr guten Gesamteindruck des Lagers bekommen. Die wuchtigen Umfassungsmauern, die Eingangstore und die zahlreichen Türme erinnern an ein altes römisches Kastell. Die Ausstellung von 1970(!) ist nach heutigen, pädagogischen Maßstäben sicherlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Manche Tafeln wirkten auf mich etwas zu "plakativ". Die Tafeln sind zum Teil mit sehr wenig Informationen dafür aber mit übergroßen, zum Teil wertenden Überschriften versehen. Meiner Meinung nach bedarf die Ausstellung einer dringenden Überarbeitung und Anpassung an den aktuellen museumspädagogischen Standard, der z. B. in Nürnberg/Dokuzentrum, Obersalzberg/Dokuzentrum oder auch in Sachsenhausen/ Gedenkstätte bereits Einzuzg gehalten hat. Ferner gerät man leicht in Gefahr die Ausstellung von der falschen Seite oder mittendrin zu betreten, da sich der Beginn der Dauerausstellung fast am Ende des Lagergeländes befindet. Hier wäre eine Art Leitsystem wünschenswert. Die auf dem ehem. SS-Gelände befindlichen "Denkmäler der Nationen" wirkten auf mich eher befremdlich, da sich meiner Meinung nach diese 20 Denkmäler gegenseitig die Wirkung nehmen. Der ehemalige Steinbruch "Wiener Graben" mit der "Todesstiege" mutet heute als idyllischer und farbenprächtiger Ort an. Auch hier habe ich ein zeitgemäße Aufarbeitung vermisst. Die aufgestellten Tafeln konnten nur schwer vermitteln wie es dort einst ausgesehen hat. Eine Fototafel könnte dort vielleicht der Orientierung hilfreich sein. Eine Modernisierung der Ausstellung, ein besseres Leitsystem durch das Lager, sowie bessere Informationen vor Ort würden dazu beitragen die Geschichte des KZs Mauthausen besser transportieren zu können. Mit dem ausgesprochen gelungenen Internetsauftritt ist ein erster Schritt in eine zeitgemäße Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels bereits vollzogen worden.

Im neuen Anbau befinden sich u. a. ein Verkaufsraum, ein Cafeteria und ein Medienraum
Eingangstor
Wachturm
Der Garagenhof
Kommandatur und Treppe zum eigentlichen Lagergelände
KZ-Tor von innen
Häftlingsbaracke
Baracke innen
Waschraum
Der Arrestbau mit Zellen
Das Krematorium mit insgesamt drei Verbrennunsöfen
Die Exekutionsstätte mit Gaskammer, Genickschussecke
und Sezierraum
Einige Ausstellungstafeln wirken nicht mehr zeitgemäß
Wandgekritzel im in der Nähe der Exekutionsstätte
Speisesaal
Außenmauer
Elektrisch geladener Stacheldrahtzaun
Gelände der ehem. SS-Baracken
Die Denkmäler der Nationen (hier: Sowjetunion, Jüdisches Denkmal und Denkmal der ehem. DDR)
Die sog. Todesstiege mit 186 Stufen
Der Granitsteinbruch "Wiener Graben" mit der sog. "Fallschirmspringerwand" und Hinweisschild am Rande des Steinbruchs