Obwohl nach dem Krieg große Teile des Konzentrationslagers abgerissen wurden, wie z. B. die SS-Baracken oder auch die meisten der Häftlingsbaracken und das komplette Lager III, kann man einen sehr guten Gesamteindruck des Lagers bekommen. Die wuchtigen Umfassungsmauern, die Eingangstore und die zahlreichen Türme erinnern an ein altes römisches Kastell. Die Ausstellung von 1970(!) ist nach heutigen, pädagogischen Maßstäben sicherlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Manche Tafeln wirkten auf mich etwas zu "plakativ". Die Tafeln sind zum Teil mit sehr wenig Informationen dafür aber mit übergroßen, zum Teil wertenden Überschriften versehen. Meiner Meinung nach bedarf die Ausstellung einer dringenden Überarbeitung und Anpassung an den aktuellen museumspädagogischen Standard, der z. B. in Nürnberg/Dokuzentrum, Obersalzberg/Dokuzentrum oder auch in Sachsenhausen/ Gedenkstätte bereits Einzuzg gehalten hat. Ferner gerät man leicht in Gefahr die Ausstellung von der falschen Seite oder mittendrin zu betreten, da sich der Beginn der Dauerausstellung fast am Ende des Lagergeländes befindet. Hier wäre eine Art Leitsystem wünschenswert. Die auf dem ehem. SS-Gelände befindlichen "Denkmäler der Nationen" wirkten auf mich eher befremdlich, da sich meiner Meinung nach diese 20 Denkmäler gegenseitig die Wirkung nehmen. Der ehemalige Steinbruch "Wiener Graben" mit der "Todesstiege" mutet heute als idyllischer und farbenprächtiger Ort an. Auch hier habe ich ein zeitgemäße Aufarbeitung vermisst. Die aufgestellten Tafeln konnten nur schwer vermitteln wie es dort einst ausgesehen hat. Eine Fototafel könnte dort vielleicht der Orientierung hilfreich sein. Eine Modernisierung der Ausstellung, ein besseres Leitsystem durch das Lager, sowie bessere Informationen vor Ort würden dazu beitragen die Geschichte des KZs Mauthausen besser transportieren zu können. Mit dem ausgesprochen gelungenen Internetsauftritt ist ein erster Schritt in eine zeitgemäße Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels bereits vollzogen worden. |