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Informationstag Zeppelinfeld am 24.09.2011
Allgemeine Infos:

Am 24. September 2011 veranstaltete das Dokuzentrum Reichsparteitage Nürnberg, einen Informationstag 'Konzepte einer zukünftigen Nutzung' auf dem Gelände des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes. Durchgeführt wurden die Führung von Mitgliedern des Kooperationspartners 'Geschichte für Alle e.V.' sowie Mitarbeitern des Dokumentationszentrums.

Zirka 3.000 Interessierte Bürger nahmen das Angebot dankbar an und nahmen auch in kauf, dass die Gruppen bis zu 80 Personen umfassten. Schwierig hatten es auch die Gruppenleiter die nicht nur mit der großen Anzahl der Teilnehmer kämpfen mussten, sondern auch mit den nächsten Gruppen die nachrückten.

Nach allgemeinen Informationen zum Gelände, zu den Reichsparteitagen und zu Nürnberg im 'Dritten Reich', wurden natürlich auch die aktuellen Themen angerissen. Wie geht die Stadt weiter mit dem belasteten Gelände um, welche Nutzungen stehen zur Diskussion, welche Kosten kommen auf die Stadt zu und kann das Gelände überhaupt bestehen bleiben und muss es gar abgerissen werden.

Am 7. Oktober wird der Nürnberger Kulturausschuss sich diesen Themen annehmen und auch über die ca. 75. Millionen teure Sanierung beraten. Konkrete Vorschläge sehen vor die beschädigten Muschelkalkplatten auf der Tribüne durch Sichtbeton zu ersetzen und die Betonabsperrungen für das Noris-Ring-Rennen zu entfernen. Weiterhin sind Umbauten auf den Sportplätzen und dem Flachgebäude im Gespräch.

Der sog. 'Goldene Saal' könnte dauerhauft geöffnet und mit einer Glasfront verschlossen werden um einen permanenten Blick ins Innere des Gebäudes gewähren zu können. Auch Führungen sollen dauerhaft durch das Hauptgebäude des Zeppelinfeldes möglich werden.

Es bleibt zu wünschen, dass der Kulturausschuss sich für eine Fortsetzung der Kulturpolitik entscheidet, die Ende der 90iger Jahren mit der Errichtung des Dokumentationszentrum begann und sich erfolgreich etabliert hat.

 

Einige der Tribünentürme des Zeppelinfeldes sind auch heute noch wie damals in sanitärer Nutzung und dienen als 'Toilettentürme', andere sind vermietet. Der Turm Nr. 20 der zur Besichtung freigegeben wurde steht leer und befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand.

Durch den ungewohnten Blick der gegenüberliegenden Tribüne hinüber zur Haupttribüne des Zeppelinfeldes, konnte man einen guten Eindruck über die Ausmaße der festungsähnlichen Anlage gewinnen.

Durch den Eingang inmitten der Haupttribüne, der als Eingang für die Toiletten dient(e), gelangt man in das Treppenhaus, in dem sich aufwändig verzierte Deckenmosaike befinden.

Auf den Decken der beiden Treppenhauser der Haupttribüne, die mit schießschartenartigen Oberlichtern bestückt sind, befand sich einst ein Mosaik mit einem riesigen Hakenkreuz, welches nach Ende des 'Dritten Reichs' notdürftig (überstrichen) entnazifiziert wurde.
Im sog. 'Goldenen Saal' befinden sich einige Originalteile aus der Zeit der Reichsparteitage, wie z.B. ein Scheinwerfer und eine der beiden Feuerschalen die auf den beiden Seitenteilen angebracht waren.

Der über 300qm große, ca. 8m hohe 'Goldene Saal' mit der markanten Hakenkreuzmeanderdecke, die dem Raum nach Ende des 'Dritten Reichs' seinen heutigen Namen gab, diente als Empfangssaal für die Ehrengäste der Reichsparteitage.

In den Räumlichkeiten befindet sich neben der alten Bausubstanz auch Relikte der Nachkriegszeit wie die Toilettenanlage oder letzte Rester der alten Ausstellung 'Faszination & Gewalt'.

Die unsachgemäße Beseitigung der Pfeilerkolonade in den sechziger Jahre, sowie der schlechte Allgemeinzustand der Zeppelintribüne führten zur (Teil-)Sperrung der obersten Ebene der Tribüne. Einen guten Eindruck über den aktuellen Bauzustand konnte man in einem der seitlichen Treppenhäuser machen.

Die zweite der beiden Feuerschalen, die nach dem 2. Weltkrieg einst das Stadionbad 'schmückte', steht nun schon seit einigen Jahren recht verloren an der Rückseite der Tribüne.
Das Interesse der Nürnberg Bevölkerung an der Zukunft des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes war auf jeden Fall ungebrochen hoch.

 

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