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Gedenkstätte Konzentrationslager Flossenbürg
KZ-Gedenkstätte
Flossenbürg
Gedächtnisallee 5-7
D-92696 Flossenbürg
Geschichte und Fakten:
Die SS gründete 1938 die DEST (Deutsche Erd- und Steinwerke),
die dem SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt in Berlin unterstellt war und seine Erzeugnisse an das Deutsche Reich verkaufte. Das KZ-Flossenbürg, aber auch andere KZs wurden bewusst in der Nähe von Steinbrüchen gebaut, um den gezielten Abbau von Granit zu betreiben und die großen Bauvorhaben im Reich durchführen zu können. Unweit der tschechischen Grenze wurde im Mai 1940 das KZ Flossenbürg errichtet. Inhaftiert waren vorwiegend "Berufsverbrecher", "Asoziale" und Homosexuelle. Ab 1940 kamen auch Juden und politische Häftlinge sowie russische, polnische und tschechische Kriegsgefangene ins Lager. Sehr bald nach Errichtung des Lagers begannen die Arbeiten im Steinbruch. Zu diesem Zwecke wurden über 2.000 Häftlinge zu Steinmetzen ausgebildet. Ab 1942/43 wurden die Häftlinge auch zur Produktion von Jagdflugzeugen herangezogen. Im Lager herrschten zum Teil katastrophale Bedingungen. Die Häftlinge bekamen während des 12-Stunden Arbeitstages nicht genügend zu essen, Krankheiten brachen aus und die Schikanierungen der Kapos taten ihr übriges. Die Häftlinge arbeiteten sich im wahrsten Sinne des Wortes "zu Tode". Das KZ Flossenbürg wurde im letzten Kriegswinter zum Auffanglager für die aufgelösten Lager im Osten des Reichs. Zu den prominentesten Häftlingen zählten Dietrich Bonhoeffer, Wilhelm Canaris, Ludwig Gehre und Hans Oster, die noch im April 1945 hingerichtet wurden. Am 20. April 1945 wurde das Lager evakuiert und die Insassen auf Todesmärsche Richtung Süden geschickt. Am 23. April wurde das Lager von amerikanischen Soldaten Insgesamt waren in den 7 Jahren der Existenz des KZ-Flossenbürg und dessen Außenlagern 100.000 Menschen inhaftiert - mindestens 30.000 überlebten es nicht.
Persönliche Eindrücke:

Als ich das letzte Mal die Gedenkstätte Flossenbürg besuchte, fristete dieses im äußersten Osten von Bayern gelegene ehemalige Konzentrationslager noch ein von der Öffentlichkeit unbeachtetes Dasein. Mittlerweile ist aus dem "vergessenen KZ" eine der modernsten und innovativsten Dokumentationsstätten in Bayern geworden. Das KZ-Gelände wurde von störenden Nachkriegsbauten bereinigt, die bestehenden Gebäude umfassend renoviert, Fundamente nachgebaut und Rodungen durchgeführt. Knapp drei Jahre lang wurde das komplette Gelände umgebaut und die neue Ausstellung sowie das Info-System aus dem Boden gestampft.

Die Eröffnung folgte im Juli 2007 und weitere Bauabschnitte sind geplant.
Besonders die Machart der Ausstellung mit den sehr abwechslungsreichen und übersichtlich gestalteten Tafeln, der ansprechenden Farbgebung der Infotafeln, Karten und Exponate weiß sehr zu gefallen. Ein Höhepunkt sind auch die gut zu handhabenden Hörstationen, mit denen man sich beeindruckende Zeitzeugenberichte anhören kann. Ebenfalls eindrucksvoll sind die zahlreichen Häftlingszeichnungen und Gemälde, die auf einzigartige Weise einen Eindruck vom "Leben" innerhalb des Lagers vermitteln.

Ein weiterer, wenn gleich auch nicht sehr leicht zu verkraftender zentraler Punkt der Ausstellung ist der 23-minütige Zeitzeugenfilm, den man sich in einem seperaten "Kino" ansehen kann. Die Begehung des im Untergeschoß vorhandenen Häftlingsbades ist nun auch zum ersten Mal für die Öffentlichkeit möglich geworden.

Das Informationssystem im Gelände ist übersichtlich und informativ und eine Orientierung ist nun endlich, im Vergleich zu früher, gut möglich.

Als Fazit kann ich einen Besuch der Dokumentationsstätte auf's äußerste empfehlen - man sollte sich aber durchaus den ganzen Tag Zeit nehmen. In Zunkunft wird es auch die Möglichkeit geben in dem ehemaligen SS-Casino einen kleinen Imbiss und einen Kaffee zu sich nehmen zu können, dies ist momentan noch nicht möglich.

Ausführliche Informationen
finden Sie unter der Seite:

www.gedenkstaette-flossenbuerg.de

 

 

 

Gedenkstätte Flossenbürg 2008 - Das Lager -
Im Durchgang der ehemaligen Kommandatur befindet sich der
große Lageplan der Gedenkstätte Konzentrationslager Flossenbürg
inklusive des Streinbruchs und die ehemalige SS-Siedlung.
Die ehem. Kommandatur
von Osten aus gesehen
Die Fundamente des ehem. Lagertors mit einer der neuen Infotafeln

Wohnhäuser auf dem Gelände des ehem. KZs, im Vordergrund die Häftlingsküche

Das ehem. SS-Casino soll zukünftig als Pädagogisches Zentrum dienen.

Treppenaufgang in der heutigen Wohnsiedlung
auf dem ehem. Lagergelände

Ehemaliges Eingangstor in den Arrestbau
Die lezten baulichen Reste des ehem. Arrestbaus
Gedenktafel zu Ehren von Bonhoeffer, Canaris, Oster
u.a. prominenten Ermordeten
Auf dem Gelände der ehemaligen Isolierblocks befindet sich heute ein Friedhof für die Opfer des KZs
Südlicher Wachturm mit Zugang zur Rampe, die zum Krematorium führte
Blick auf das außerhalb des eigentlichen Lagers befindliche
ehem. Krematorium
Blick auf das sog. "Tal des Todes" u.a. mit der "Aschenpyramide" und dem "Platz
der Nationen"
Blick auf die aus den Steinen von Wachtürmen errichtete Kapelle "Jesus im Kerker"
Nicht nur die neue Ausstellung ist auf dem neuesten Stand, auch die Informations- und Übersichtstafeln
auf dem Gelände sind sehr übersichtlich und modern gestaltet.
Gedenkstätte Flossenbürg 2008 - Der Steinbruch -
Bis zu 2.000
Häftlinge mussten täglich in den
drei Steinbrüchen unter
unmenschlichen Umständen
schwerste und gefährliche Arbeiten tätigen.
Die letzte der drei ehemaligen "Steinmetzhallen" direkt am Steinbruch. Die anderen beiden Gebäude sind nicht mehr erhalten.
Die meisten der noch sichtbaren,
von den Häftlingen des Konzentrationslagers am Steinbruch errichteten Gebäude, sind in einem katastrophalen Zustand, man kann sie eigentlich nur als Ruinen bezeichen.
Hier die ehemalige Schmiede.
Das Maschinenhaus II
In einem besonders schlechten Zustand ist die ehemalige Schlosserei oberhalb der Schmiede.
Die noch gut erhaltenen Garagen
Auch die ehemalige Schreinerei ist ein einem
ruinösen Zustand.
Gedenkstätte Flossenbürg 2008 - Die Ausstellung -
In der ehemaligen Wäscherei ist seit Mitte 2007 die neue Ausstellung der Gedenkstätte Konzentrationslager Flossenbürg untergebracht. Hierbei wurden keine Kosten und Mühen gescheut eine sehr moderne und zeitgemäße Ausstellungsarchitektur zu installieren. Die Ausstellung wird durch ein 3-D Modell und eine Projektionsfläche eröffnet auf das mit zwei Beamern die Lagergeschichte auf eindrucksvolle Art projeziert wird.
Die Ausstellung ist auf zwei Ebenen aufgeteilt, Ebene 1 mit den historischen Daten, der Geschichte des Lagers, die SS, Das Alltagsleben der Häftlinge sowie weiterführende Informationen auch zu den zahlreichen Außenlagern des KZs-Flossenbürg. In der Ebene 2 erfährt man mehr über die Herkunft der Häftlinge und lernt deren persönliche Geschichten näher kennen. Zudem ist noch ein kleines Kino vorhanden, in dem ein Zeitzeugenfilm läuft.
Die Ausstellung ist immer wieder durch originale Exponate wie z.B. Häftlingszeichnungen oder Karten aufgelockert worden, die in sehr anschaulicher und moderner Weise präsentiert werden. Als weitere Veranschaulichung der historischen Ereignisse dienen sog. Hörstationen bei denen man Zeitzeugenberichten zuhören kann.
Im unteren Ausstellungsbereich gelangt man auch zu dem Häftlingsbad. In diesen Räumen mussten die ankommenden Häftlinge ihre Habseligkeiten abgeben.
Sie wurden durch komplette Entkleidung, extreme Heiß- und Kaltduschen sowie durch Entfernung sämtlicher Körperhaare entwürdigt und ihrer Persönlichkeit beraubt.
Gedenkstätte Flossenbürg Aufnahmen 2002
Eingangstafel
Kommandatur
Häftlingsküche
Lagergelände
Wachturm
Krematorium
"Tal des Todes"
Treppenaufgang zu Wohnhäusern
SS-Siedlung
SS-Haus
Ruine Flossenbürg
Südwestlich vom eigentlichem Lager befand sich das Krematorium. Die Leichen der Häftlinge wurden über eine Rampe von dem höher gelegenen Lager Richtung Krematorium herabgelassen und dort verbrannt. Dieser Teil des Geländes war durch eine hohe Mauer vor Blicken geschützt. Ebenfalls außerhalb des Lagers, in der Nähe des Krematoriums, befand sich der Erschießungsplatz und in dem sog.
"Tal des Todes" befand sich weiter östlich der Galgen.