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Denkmäler und Gedenkstätten
Zwangsarbeiter Denkmal
(2007)
Am Plärrer

62 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Nürnberg jetzt ein Denkmal für die ca. 100.000 Zwangsarbeiter eingeweiht, die zwischen 1939 und 1945 in der fränkischen Metropole arbeiten mussten. Bereits vor 20 Jahren wurde vom Stadtrat beschlossen ein Denkmal zu errichten. Dennoch dauerte es noch bis zum Jahre 2000 bis sich besonders der ehemalige Zwangsarbeiter Rob Zweerman für die Errichtung des Denkmals einsetzte. Erst vor 7 Jahren begann man dann mit der umfangreichen Recherche zum Thema. Mindestens 100.000 Zwangsarbeiter aus über 40 Ländern waren bei mindestens 150 Nürnberger Firmen beschäftigt. Zirka 5.900 mussten aufgrund der z.T. sehr schlechten Lebensumstände Ihr Leben lassen. Die Zwangsarbeiter waren größtenteils in den Rüstungsunternehmen die Arbeit verrichten, wurden aber auch im Einzelhandel oder bei der Stadt Nürnberg verwendet. Nicht selten mussten Zwangsarbeiter nach Bombenangriffen, bei denen sie selbst oft ohne Schutz ausgeliefert waren, die Trümmer beseitigen oder Blindgänger entschärfen. Mit der gemeinsamen Entschädigungs-initiative von Staat und Wirtschaft wurden die letzten noch lebenden Zwangsarbeiter im Jahre 2006 entschädigt.

2005 gewann Prof. Hermann Pitz die Ausschreibung den von der Stadt Nürnberg ausgeschriebenen Wettbewerb mit seinem Entwurf "Transit". Über 3.000 Aluminium-Männchen halten sich symbolisch an den Händen. Das Denkmal ist sowohl überirdisch, als auch unterirdisch zu betrachten. Das Denkmal kostete 50.000 Euro. Der Standort Plärrer wurde deswegen gewählt, weil sich damals am sog. Plärrer-Automat, einem Straßenbahn-Wartehäuschen, die Zwangsarbeiter für Informations- und Warenaustausch trafen. Der Plärrer-Automat wurde nach dem Krieg abgerissen weil er der neuen Verkehrsführung Rechnung tragen musste.
Ehrenhalle Luitpoldhain
(1928-1930)
Luitpoldhain/An der Ehrenhalle
Heute: gleiche Nutzung

Die Ehrenhalle am Luitpoldhain wurde zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkriegs 1930 von Oberbürgermeister Hermann Luppe eingeweiht. Die Nationalsozialisten nutzten den Luitpoldhain und die Ehrenhalle für ihre Inszenierung des Totenkults für die Gefallenen des 9. November 1923, dem Hitlerputsch. Damals kamen 16 Putschisten aus den eigenen Reihen ums Leben. Hitler veranstaltete während der Nürnberger Reichsparteitage einen feierlichen, pseudoreligiösen Totenkult bei dem an der Ehrenhalle u. a. Kränze niedergelegt wurden (Luitpoldarena). Nach 1945 dient die Ehrenhalle wieder dem Gedenken an die Gefallenen des 1. und auch des 2. Weltkriegs. Zum Volkstrauertag findet hier jährlich eine Gedenkveranstaltung statt.

Foto-Update Oktober 2009
Fliegerdenkmal
(1924)
An der Ehrenhalle
Heute: gleiche Nutzung
Das Fliegerdenkmal an der Ehrenhalle wurde 1924 von Walter Franke für die gefallenen deutschen Piloten des 1. Weltkriegs gestaltet. Das Denkmal zeigt ein abstürzendes/auf dem Kopf stehendens Flugzeug. Ursprünglich stand das Denkmal an der Dutzendteichstraße, wurde dann aber anlässlich der Eröffnung des neuen Nürnberger Flughafens am Marienberg an die Marienbergstraße verlegt. Im 2. Weltkrieg wurde das Fliegermal schwer beschädigt und nach der Restaurierung an der Rückseite der Ehrenhalle 1958 wieder aufgestellt - zum Gedenken an die gefallenen Piloten des 1.- und 2. Weltkriegs.
 
Katharinenkirche
(um 1300)
Am Katharinenkloster
Heute: Veranstaltungsort
Die Katharinenkirche ist kein offizielles Denkmal der Stadt Nürnberg, sondern ist eher ein stummer Zeuge der Zerstörung des 2. Weltkriegs. Die Kirche wurde 1297 geweiht und hatten neben der kirchlichen Bestimmung auch noch viele andere Verwendungszwecke: So war die Kirche von 1620 bis Ende des 18. Jh. Singraum für die berühmten Nürnberger Meistersinger, der original-Gipsabguss des bekannten Neptunbrunnens wurde hier ebenso gelagert, wie (1938-1940) die aus Wien rückgeführten Reichskleinodien. Beim schwersten Luftangriff auf Nürnberg am
2. Januar 1945 wurde die Kirche und das angeschlossenen Kloster komplett zerstört. Die Ruinen blieben nach dem Krieg stehen und wurden 1970/71 gesichert. Seit dem dient die Ruine der Katharinenkirche als Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte.
Synagoge Essenweinstraße
(1902-1938)
Essenweinstraße
Heute: Denkmal
Die Geschichte der Judenverfolgung machte auch vor Nürnberg nicht halt. Ab 1499 war Juden das Betreten der Stadt zum Handel treiben nur gegen Entrichtung eines Leibzolls und unter strengen Kontrollen gestattet. Dies änderte sich erst 1850, als sich die ersten Jüdischen Bürger wieder im Nürnberger Stadtgebiet ansiedeln konnten. Ab 1862 gab es die erste jüdische Gemeinde die auch einen eigenen Friedhof erwerben konnte. Nach Errichtung der Haupsynagoge am Hans-Sachs-Platz, wurde 1902 die zweite Synagoge der Religionsgemeinschaft Adas Israel an der Essenweinstraße errichtet. Diese Synagoge wurde für die kleinere, orthodoxe Geimeinde errichtet, deren Mitglieder hauptsächlich aus Osteuropa (Galizien, Rumänien, Ungarn) stammten.
Während der Reichsprogromnacht am 8./9.11.1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung von SA-Männern zerstört. 50 Jahre später, am 9.11.1988 wurde das heutige Denkmal an der Essenweinstraße eingeweiht.
Synagoge Hans-Sachs-Platz
(1874-1938)
Spitalbrücke/Hans-Sachs-Platz
Heute: Denkmal
Die Nürnberger Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz wurde nach Plänen des Stuttgarter Architekten Adolf Wolff 1874 errichtet und war für den Großteil der Nürnberger Juden gedacht. So lebten 1933 etwa 7500 Juden im Nürnberger Stadtgebiet - ca. 85% gehörten der Gemeinde am Hans-Sachs-Platz an. Im Gegensatz zur kleineren Synagoge an der Essenweinstraße wurde die Hauptsynagoge nicht in der Reichsprogromnacht zerstört, sondern bereits im August 1938. Grundlage für den Abbruch des großen Gotteshauses waren eine Verfügung "über die Neugestaltung der Stadt der Reichsparteitage" vom 27.07.1938. Der Gedenkstein am damaligen Standort der Synagoge wurde am 7. August 1988 eingeweiht.
Neben der Gedenkstätte befindet sich eine Gedenktafel für Leo Katzenberger, einem jüdischen Unternehmer, dem seine angebliche Liaison mit einem Nürnberger Mädchen zum Verhängnis wurde. Leo Katzenberger wurde im März 1942 zum Tode verurteilt und am 3. Juni 1942 Wochen später in München hingerichtet.

 

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